Kommentar

Die meistgestellten Fragen an den PsychoMotorikverein Berlin-Brandenburg e.V.

Beantwortet von Caren Leonhard, Psychomotorikerin und Mitglied des Vorstands


Im Laufe des Jahres führe ich immer wieder viele Gespräche mit Interessenten des Jahreskurses. Nachdem sich Pädagogen und Therapeuten für eine Weiterbildung im Bereich Psychomotorik entschieden haben stehen sie häufig vor der Frage, bei welchem Anbieter sie diese nun machen sollen. Hierbei werde ich immer wieder gefragt, was denn den Psychomotorik Verein Berlin-Brandenburg e.V. von anderen Anbietern unterscheidet.

Ich habe die häufigsten Fragen nun einmal zusammen gestellt und hoffe, so einen weiteren kleinen Einblick in unseren Verein und unsere Arbeit geben zu können.

Seit wann bildet der Psychomotorikverein

Facherzieher für Psychomotorik aus?


Der Psychomotorik Verein ist der älteste Verein in diesem Bereich in ganz Berlin und Brandenburg. Wir bilden seit 19 Jahren Facherzieher aus und sind seit Bestehen unseres Vereins Mitglied im AkP (Aktionskreis für Psychomotorik, der bundesweit wichtigste und größte Verband in diesem Bereich). Unser Anliegen ist es die Psychomotorik zu verbreiten, um Kindern und Jugendlichen möglichst gute Voraussetzung und Bedingungen für eine gesunde ganzheitliche Entwicklung zu schaffen.

Ist die Facherzieherausbildung
das einzige Anliegen?


Nein, eines unserer Standbeine ist die tatsächliche, praktische Umsetzung der Psychomotorik mit Kindern. Das tun wir, indem wir viele psychomotorische Bewegungsgruppen in Kitas aber auch außerhalb des Kitabereichs in Form von Bewegungsgruppen für Eltern-Kind oder Erlebnisturnen, bis hin zu psychomotorischen Reha-Gruppen anbieten. Wir arbeiten mit Übungsleitern, die alle in diesem Bereich qualifiziert sind zusammen und diese Bewegungsangebote teilweise sogar als Maßnahmen über die Krankenkassen abrechnen dürfen.

Welche Standbeine gibt es
neben den Kindergruppen?


Unser zweites Standbein ist der Bereich der Weiterbildung, in dem wir in den letzten 20 Jahren über 400 Pädagogen und Therapeuten weitergebildet haben und deutlich mehr noch in kleineren Seminaren. Unser Schwerpunkt ist also die Psychomotorik. Alle unsere Gastdozenten sind hoch qualifiziert in diesem Bereich und verfügen zusätzlich über langjährige praktische Berufserfahrung. Uns geht es um den Grundgedanken der Psychomotorik, um die Idee. Wir sind kein Anbieter, der kommerzielle Ziele verfolgt – denn wir sind ein gemeinnütziger Verein.

Andere Anbieter sind in den letzten Jahren gewachsen, die erkannt haben, dass der Bedarf an pädagogischer und sozialer Weiterbildung auch ein Bereich ist, der sich finanziell lohnen kann. Wir bilden ausschließlich im psychomotorischen Bereich aus, nicht noch in anderen Bereichen und können uns daher besser auf eine hohe Qualität konzentrieren.

Ist die Ausbildung als Facherzieher

für Psychomotorik anerkannt?


Der Berliner Senat erkennt zurzeit lediglich die Facherzieher für Integration und Sprache an. Vielleicht sind wir deshalb bisher auch der einzige Anbieter, der es geschafft hat, das Zertifikat der Facherzieherausbildung von der Alice-Salomon-Hochschule, der staatlichen Hochschule für pädagogisch- und therapeutische Studiengänge in Berlin, für den Bachelor-Studiengang anerkennen zu lassen. Die Ausbildung des Psychomotorik Vereins kann mit 5 Creditpoints dort eingebracht werden.

Seit Dezember 2012 können unsere Kursabsolventen sogar zwischen der Bezeichnung „Facherzieher für Psychomotorik“ und „Psychomotoriker“ wählen, da wir in Gesprächen mit dem AkP feststellen konnten, dass unsere Ausbildung inzwischen vom Stundenumfang deutlich umfangreicher ist als die Psychomotoriker-Ausbildung des DAkP (Akademie des AkP) in Lemgo. Es besteht u.U. auch die Möglichkeit das Zertifikat anerkennen zu lassen an der Akademie für Motopädagogik u. Mototherapie ak`M in Düsseldorf. Dort wird die Zusatzqualifikation zur Facherzieherin für Psychomotorik als Äquivalent zur psychomotorischen Basisqualifikation Motopädagogik anerkannt um weitere fachspezifische Kurs dort belegen zu können oder sich in Richtung Motopädie und Mototherapie zu qualifizieren.

Welche Inhalte und Schwerpunkte werden

im Jahreskurs angeboten?


In unserem Flyer, der auch unter Downloads herunter geladen werden kann, zeigen wir wie breit gefächert sich unser Angebot darstellt. Wir bieten neben der theoretischen Einführung in die allgemeinen Bereiche der PM (Historie, Ansätze, Vertreter, Entwicklung, Basiskompetenzen, Sensorische Integration) innerhalb der ersten drei Module, eine Vielzahl an Schwerpunkten in jedem weiteren Modul z.B. in den Bereichen Musik, Sprache, Tanz, Entspannung, Diagnostik. Ebenso sprechen wir alle Altersstufen vom Krippenbereich, über die Kita bis in die Schule an. Und unsere Dozenten haben selbst alle in den jeweiligen Bereichen, die sie „vertreten“ gearbeitet und sind nicht nur Theoretiker.

Welche Zugangsvoraussetzungen

sind notwendig für den Jahreskurs?


Bewerber sollten über eine abgeschlossene anerkannte pädagogische oder therapeutische Ausbildung oder Vergleichbares verfügen. Eine Berufspraxis von mindestens zwei Jahren ist wünschenswert. Während des Jahreskurses sollten die Teilnehmerinnen die Möglichkeit haben Erlerntes direkt in die Praxis umzusetzen.

Kann ich danach Kinderkurse anleiten

und über die Krankenkassen abrechen?


Die Ausbildung innerhalb des Jahreskurses gibt den Teilnehmerinnen genügend Wissen und Ideen mit, diese in selbstständig angeleiteten Kindergruppen umzusetzen. Das Zertifikat berechtigt allerdings nicht diese Arbeit als Reha-Maßnahme über die Krankenkassen abzurechen. Hierfür wird die Ausbildung als Motopäde (3 Jahre) benötigt oder wenn entsprechende Lizenzen über den Behindertensportverband vorliegen.

Wie umfangreich ist die Ausbildung und wie groß der zeitliche Aufwand neben den Modulen?


Der Jahreskurs umfasst 200 Unterrichtseinheiten. Für das Zertifikat ist die Anwesenheit von allen elf Modulen Pflicht. Wer ein Modul versäumt kann dieses  in einem späteren Kurs nachholen.

Den Anteil an „Heimarbeit“ (Referate, Hausaufgaben, Videopräsentationen am eigenen Arbeitsplatz) versuchen wir möglichst gering zu halten, da wir wissen, dass bei einer berufsbegleitenden Zusatzqualifikation in der Regel schon eine ziemlich hohe Doppelbelastung besteht. So ganz ohne geht es aber dennoch nicht. Die Möglichkeit zur Hospitation bieten wir an, sie ist aber nicht verpflichtend.

Wie viele Teilnehmer werden aufgenommen
und wo findet der Kurs statt?


Wir nehmen 16 Teilnehmer pro Kurs auf. In Berlin finden die meisten Module in unserer Kooperations-Kita am Mariendorfer Damm statt. Bei einigen Modulen bietet es sich an den Kurs „auszulagern“. Diese finden dann an anderen Orten statt, die vorher rechtzeitig bekannt gegeben werden (Lernwerkstatt, Turnhalle, Theapie-Praxisräume). Seit 2014 finden beispielsweise jeweils drei Module des Berliner Jahreskurses im Bewegungsreich Flecken Zechlin statt. Der Brandenburger Jahreskurs findet auschliesslich im Bewegungsreich Flecken Zechlin statt. Hier haben wir schöne Seminarräume, einen großen Saal als Bewegungsraum und eine Teilnehmerküche als Aufenthaltsraum zur Verfügung. Ausserdem gibt es dort die Möglichkeit für alle Kursteilnehmer auch im Seminarhaus zu übernachten. Weitere Informationen dazu bekommt man auch telefonisch unter 033923-14 00 01

Gibt es eine schriftliche Prüfung?


Nein, dem Abschlusskolloquium geht eine Präsentation eines psychomotorischen Bewegungsangebotes voraus. Dieses Angebot muss allerdings vorher schriftlich festgehalten werden. Die Kolloquien finden zudem in Kleingruppen statt. Es gibt im Laufe des Jahreskurses genügend Möglichkeiten der Vorbereitung.

Was kostet die Ausbildung?


Die Gebühr für den kompletten Jahreskurs beträgt jetzt 1.250 Euro in Berlin und Brandenburg inklusive Anmeldegebühr und Abschlusskolloquium. Die Summe setzt sich folgendermaßen zusammen:   990€ ist die Kursgebühr, das Kolloquium kostet 210€ und die Anmeldegebühr sind 50€.
Eventuelle Kosten für Übernachtung und Arbeitsmaterial sind nicht enthalten.

Der Verein kann den Prämiengutschein des Bildungsministeriums abrechnen und hat die Anerkennung auf Bildungsurlaub. In vielen Fällen übernimmt der Arbeitgeber die Kosten des Kurses ganz oder teilweise. Selbstzahler haben die Möglichkeit die Kursgebühr in 10 Monatsraten zu zahlen.

Und: Manchmal scheint der Vorteil von anderen Anbietern eine günstigere Kursgebühr zu sein – aber jeder weiß: Qualität hat seinen Preis!

An wen wende ich mich bei weiteren Fragen?


Weitere Fragen werden gerne in der Geschäftsstelle Brandenburg unter Telefon 033923-14 00 10 beantwortet oder via Mail an info@psychomotorikverein-berlin.de, oder direkt von der Leitung der Jahreskurse caren.leonhard@psychomotorikverein-berlin.de.

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FAQ

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